Wer in Bayern 700.000 € für Haus oder Wohnung zahlt, braucht ohne Makler weitere 33.658 €, mit hälftiger Provision 58.648 €. Der größte Posten ist die Grunderwerbsteuer mit 24.500 €, also 3,5 % des Kaufpreises. Die Gebühren nach GNotKG betragen 9.158 € und wären in jedem anderen Land identisch.
Der Satz von 3,5 % gilt in Bayern seit dem 01.01.1997. Bayern ist das einzige Land, das keinen eigenen Satz festgelegt hat. Dort gilt weiterhin der Bundessatz von 3,5 % aus § 11 Abs. 1 GrEStG, der seit dem 1. Januar 1997 unverändert ist. Bayern hat mit 3,5 % den niedrigsten Satz aller Länder, günstiger geht es bei der Steuer nirgends. Die angrenzenden Länder Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen kommen bei 700.000 € auf 35.000 € bis 42.000 € Grunderwerbsteuer.
Die Nachbarstufen: 28.978 € bei 600.000 € und 38.144 € bei 800.000 €. Weil die Tabelle B degressiv verläuft, sinkt der Prozentanteil für Notar und Grundbuch mit steigendem Preis: hier 1,31 %, bei 200.000 € 1,64 %.
So verschieben sich die Kosten
- Mit 10.000 € Inventar: Mit einer Inventarliste über 10.000 € zahlt man 24.150 € statt 24.500 €, also 350 € weniger.
- Mit Makler: Ist ein Makler beteiligt, wachsen die Nebenkosten um 24.990 € auf 58.648 €.
- Ohne Finanzierung: Ein Barkauf drückt die Summe um 2.573 € auf 31.085 €.
- Grundschuld über den vollen Kaufpreis: Wird die Grundschuld auf 700.000 € statt 560.000 € bemessen, steigen Notar und Grundbuch um 350 €.
Was das Land verlangt
Bemessung, Befreiungen und Verfahren regelt das Bundesgesetz, nur den Satz bestimmt Bayern, derzeit 3,5 %. Plane die Steuer so ein, dass sie zum Bescheid verfügbar ist, denn die Unbedenklichkeitsbescheinigung hängt daran. Steuerschuldner sind beide Vertragsparteien, deshalb kann sich das Finanzamt notfalls auch an den Verkäufer halten.
Wer den Makler bezahlt
Eine gesetzliche Provisionshöhe gibt es nicht, nur Regeln zur Verteilung. Ein Bruttowert von 3,57 % enthält 19 % Umsatzsteuer auf 3 % netto. Der Maklervertrag braucht Textform, eine E-Mail genügt (§ 656a BGB).
Grundschuld und Finanzierung
Die Grundschuld ist der zweitgrößte Gebührenblock beim Kauf. Maßgeblich ist der eingetragene Betrag, nicht die tatsächliche Darlehenssumme. Eine Grundschuld über 560.000 € kostet in Notar und Grundbuch zusammen etwa 2.573 €.
Stadtseiten in Bayern
Auf den Stadtseiten ist der Rechner bereits auf 3,5 % eingestellt:
600.000 € in Bayern800.000 € in Bayern700.000 € in allen Ländern
Häufige Fragen
Wie viel Grunderwerbsteuer zahle ich bei 700.000 € in Bayern?
Bei 3,5 % ergeben sich genau 24.500 €.
Sind Notarkosten in Bayern günstiger als anderswo?
Nein, das GNotKG gilt bundesweit. Bei 700.000 € kosten Notar und Grundbuch überall 9.158 €.
Welches Eigenkapital ist bei 700.000 € in Bayern sinnvoll?
Die Nebenkosten von 33.658 € sollten aus eigenen Mitteln kommen, besser zusätzlich 10 bis 20 % des Preises.
Quellen und Stand
Rechtsstand geprüft: 11.10.2026
- GrEStG (gesetze-im-internet.de)
- GNotKG mit Kostenverzeichnis (gesetze-im-internet.de)
- § 656c BGB (gesetze-im-internet.de)
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